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25/26

So. Das war es dann also gewesen. Die erste, beste, schönste und größte WM, die es je auf afrikanischem Boden seit der Erfindung des Feuers gab. Wir räumen die Wohnung schön auf, rollen die Fahnen und die Sitzkisten zusammen, machen ein kleines, zwar verbotenes, nichtsdestotrotz befriedigendes Feuerchen mit unseren Vuvuzelas und können uns tatsächlich die WM wieder abschminken und freuen uns auf den Schlager „54, 74, 90, 2014“.

Ob Jogi nun Trainer bleibt oder Hansi Trainer wird oder ob Magath sich in Zukunft von Waldi „Wurstfinger“ Hartmann duzen lassen muss , ob Lahm Kapitän bleibt, Ballack Admiral wird oder Trochowski, der alte Schlawiner, künftig das Steuerrad in der Nationalmannschaft dreht – es steht alles in den Sternen und da steht es gut.

Diese „junge deutsche Mannschaft“ „hat uns viel Freude gemacht“ und durfte als kleines Dankeschön um den sehr wichtigen Platz Drei spielen, was sie auch getan hat.

Wie sang Conny Francis einst? Der Fußball ist ein seltsames Spiel. Als Rache für das vergeigte Finale hatte sich Löw ja die Schikane ausgedacht, heute mal die Jungs von der Reservebank aufs Feld zu befehlen. So spielte Butt heute den Torwart und zeigte, dass er ebenfalls ziemlich gut ist, dann gibt es da einen Aogo, von dem ich bis zum Spiel nicht wusste, dass er überhaupt existiert, das gleiche gilt für Khedira, der zwar Stammspieler gewesen sein soll, aber auch kaum in Erscheinung getreten ist und als besonderer Leckerbissen für gute Führung durfte Klose nicht Rekordschütze werden, dafür hat sich aber Cacau im Versemmeln von Chancen beweisen dürfen. Und Jansen, der bewiesen hat, dass er die bessere Option gewesen wäre.

Immerhin hat uns der Nationaljogi diesmal Podolski und Gomez erspart. Vielen Dank dafür.

Bleiben wir im Jargon, dann war Uruguay der „erwartet starke Gegner“ und tatsächlich haben die „Urus“, wie wir sie ja liebevoll nennen, ganz gut mitgespielt. Das war flüssig bei beiden Seiten, es hat geschifft wie blöd und Müller hat sein übliches Pflichttor bereits nach 18 Minuten abgeliefert. Kein Verstecken, kein Taktieren, einfach nur schnurgerader Fußball, nett anzusehen und spannend, weil Uruguay nach 10 Minuten gegen Butt, wie wir ihn ja liebevoll nennen, schön ausgeglichen hat.

Nach den Halbzeithäppchen geht Uruguay mit dem schönsten Mann der WM sogar mit 2:1 in der 53sten in Führung, was für viel Gelächter auf dem Rasen und in den Rängen sorgt und sogar unseren neuen Bundespräsidenten zum Grinsen bringt. 3 Minuten später zeigt Jansen, dass er der bessere Poldi gewesen wäre und köpft, sehr zum Verdruss der klatschnassen Urus , zum Ausgleich ein.

Hüben wie drüben wird munter gekickt, keiner denkt ans Aufgeben oder Aufstecken und so gibt es immer wieder spannende Spielzüge zu sehen und man fragt sich, wie es die beiden Mannschaften schaffen konnten, das Finale zu versemmeln. Fast traurig, dass Khedira, der auch der „Unsichtbare“ genannt wird, Deutschland in der 83sten in Führung bringt, dieses Spiel hätte ich mir gerne noch länger angeschaut, aber die Urus hatten keine Kraft mehr und es war ja auch schon spät und außerdem hat Paul, der Verräterkrake mit der fehlenden patriotischen Gesinnung ja gesagt, dass Uruguay mit ganz leeren Händen statt mit wunderschönen Bronzemedaillen für die Gästetoiletten der Spieler nach Hause fliegt.

Falls mich einer fragt: ja, der Frust sitzt tief. Ja, ich bin traurig. Und enttäuscht. Und komme mir vor wie die UNO, wenn die Serben mal wieder eine Schutzzone überrennen oder wie Claudia Roth, wenn sie eine deutsche Flagge sieht. Hätten die Jogi-Bären so im Halbfinale gespielt, dann könnten wir heute schön gegen Holland gewinnen. Aber nein – Paul hat anders entschieden.

Deutschland kehrt als „Weltmeister der jungen Mannschaften“ und als Dritter nach Hause zurück und dank einer gnädigen Laune des Schicksals geht der Flieger just in dem Moment, in dem sich Spanien und Holland einen Grottenkick im Finale liefern.

Tja. Spanien. Die Mannschaft, auf die ja gleich von vorneherein ALLE gesetzt haben, gell? Spanien, der Fußballgigant. Spanien, das mit seinem ach so wunderbaren „tici taca“ diesen allerschönsten Fußball der allerbesten Welt spielt. Spanien, das gegen solche Giganten wie Paraguay oder Honduras mit dem weiten Abstand von einem bzw. zwei Toren gewonnen hat und für so viel Euphorie bei den Zuschauern sorgte. Spanien, dessen Fußball als „effektiv“ bezeichnet wurde, was gleichbedeutend ist mit „ zwei Chancen vergeigen, ein Tor machen und sich dann hinten rein stellen“ gegen Holland, die es immerhin mit Brasilien aufgenommen und sich da einen Sieg erkämpft haben.

Und was machen Sie, der künftige Weltmeister und der künftige Vizeweltmeister?

Lulli-Fußball vom Feinsten. Nachdem es ja kein „nächstes Spiel“ gibt, in dem jemand gespertt sein könnte, holzen die beiden Mannschaften aufeinander ein, als würden sie sich gegenseitig nicht im Urlaub besuchen. Ständig liegt irgendjemand brüllend und verletzt am Boden, während die Mannschaftskameraden mit den Händen in der Hüfte cool daneben stehen und auf den Boden spucken. Bei diesem Krampf, der das Wort „Finale“ nicht einmal im Ansatz verdient, ist der Schiedsrichter der Mann, der am meisten zu tun hat und sich vom Kartenziehen eine Bänderdehnung im Arm holt. Insgesamt fliegen 11 gelbe Karten auf den Platz, von den unzähligen „Einzelgesprächen“ und „Ermahnungen“ mal gar nicht zu reden. Das Ganze sieht eher wie der Kick zweier Landratsamt-Mannschaften als nach dem Finale einer WM aus und hat nur einen Namen verdient: beschämend.

Und so dauert es tatsächlich bis zur 117.ten Minute, bis sich mal ein Spanier an den Ball blödelt und das 1:0 macht – wie immer eigentlich. Drei Minuten „fliegende Holländer“, dann gibt’s für unsere orangenen Nachbarn die Silbermedaille und in Spanien wird gefeiert wie seit der Entdeckung Amerikas nicht mehr.

Und dann die Kommentare… Boah, so viele historische Momente auf einen Haufen.

So ist Spanien die erste Mannschaft, die das Auftaktspiel verlor und trotzdem Weltmeister wurde.

Spanien ist die erste europäische Mannschaft, die je außerhalb Europas Weltmeister wurde.

Spanien ist die erste Mannschaft, die gleichzeitig Europa- und Weltmeister wurde.

Spanien ist die erste Mannschaft, der ich den Sieg noch weniger als den Italienern gönne.

Ja, ich hätte lieber die armen Holländer, die die Mannschaft mit den zweitmeisten vergeigten Finalen mit ihrem ersten Sternchen gesehen als diese „effektive Mannschaft“ mit der „effektiven Spielweise“ die jetzt das Maß aller Dinge sein soll. Aber Paul, die Krake, die sowieso bald stirbt, hat anders entschieden.

Gut, rum ist rum, vorbei ist vorbei, gönnen wir also den Spaniern ihr erstes Sternchen und freuen wir uns jetzt auf die EM 2012, wenn es wieder heißt „da kommt er durch, ganz alleine, kein Abseits, KEIN ABSEITS, UND ER SCHIESST DANEBEN! FREI VORM TOR SCHIESST ER DANEBEN. DEN M U S S ER DOCH MACHEN! Dieses Tor wäre so wichtig für Mario Gomez gewesen.“

Ich fahr dann mal den Rechner nach unten und hoffe, Dir, lieber Leser, hat dieses Tagebuch ebenso Spass gemacht, zu lesen, wie es mir Spass geacht hat, es zu schreiben.

Man liest sich in zwei Jahren an gleicher Stelle!
12.7.10 17:01
 
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