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20 der Podolski-Virus

War das schön, die zwei Tage Pause. Einfach mal mit der Schippe in die selbstverständlich komplett abgedunkelte Wohnung gefahren und den angefallenen Müll (Pizzakartons, Fahnenreste, Krümel, versaute Möbel, Kippenpyramiden , Verwandte) aus dem Fenster in den vor dem Haus abgestellten Müllcontainer geschaufelt und schon kann es weiter gehen.

Ich hatte von der „Leeren Versicherung“ so einen „Fan-Stift“ geschenkt bekommen, das ist so etwas wie ein Lippenstift, mit dem sich die Haute Prolaute diese Deutschlandfähnchen übers Gesicht schmiert. Mein Jüngster hat das aber für Kaugummi gehalten und in einem unbeobachteten Moment gefressen, das Zeug. Dann hat er erst Bauchweh gehabt und dann schwarz-rot-gold gebrochen, was nicht so schlecht aussah, aber nicht den Zweck erfüllt hat. Hoffentlich geht es uns am Samstag, nach dem Spiel der Spiele, der Mutter aller Spiele, nicht genau so. Obwohl es, wie gesagt, ganz gut ausgesehen hat.

Heute dann endlich wieder Fußball, uns sind ja schon die Gesprächsthemen ausgegangen („Trägst Du den Müll raus?“ „Ne, wieso immer ich?“ „Sind noch Salzstängelchen da?“).

Heute zuerst die Hammerpartie Niedertrachtlande gegen Prachtsilien (Gut, gell? Ich sollte zur BILD als Schlagzeilendesigner). Europäische Filigranfußballer mit einem Schuss Arroganz gegen südamerikanische Arroganz mit einem Schuss Filigranfußball. Robben gegen Demichelis. Bayern II gegen Bayern III. Das Schöne an der Partie: man gönnt beiden Mannschaften, dass sie verlieren.

Bereits nach 8 Minuten zappelt es zum ersten Male im holländischen Netz, aber es gilt nicht, dafür sieht es dann aber erst recht nach 10 Minuten ganz gut aus, dass wir statt fetter hüpfender Brüste orangegewandeter Hausfrauen feste hüpfende Brüste brasilianischer Strandschönheiten zu sehen bekommen werden. 1:0 für Brasilien, in dem nicht weniger erwartet wird, als dass die „Selecao“ mit dem gefühlten einhundertdrölften Titel im Gepäck nach Hause kommen.

1:0 ist eine Mega-Führung und die südamerikanischen Kicker fangen ab der 11. Minute an, das Ergebnis mehr oder weniger zu verwalten, da sich sowohl bei Ihnen als auch bei mir ein wenig das Gefühl einschleicht, dass die Holländer zwar ebenfalls gerne den Titel hätten, aber irgendwie nicht so viel dafür tun wollen. Bis zur 45sten Minute plätschert das Spiel recht lustig vor sich hin, nach dem ganz großen Fußball sieht es aber eher nicht aus.

In der Pause gehen deutlich entspannte Brasilianer neben zusehends verspannten Holländers in die Kabine und kommen tatsächlich auch wieder raus, um die zweite Halbzeit abzusitzen.

Die Holländer bemühen sich zwar, kommen aber irgendwie nicht an der brasilianischen Abwehr vorbei, die gelegentlich spitzeln, dribbeln und kleine Fehlpässe schlagen. Nur so zum Spaß. Der Brasilianer Melo schafft es dann sogar, ein Tor mit dem Hinterkopf zu machen. Leider wählt er aber dazu den eigenen Kasten und es steht 1:1.

Das war so natürlich nicht geplant und gibt einen netten dramaturgischen Effekt, denn jetzt sind die niederen Lande Europas wieder im Spiel und rennen, als gälte es, eine WM zu gewinnen. Die Brasilianer fangen auch langsam wieder mit Fußball an, alleine, die Holländer haben sich die Spielweise der grünen Jungs von der grünen Lunge abgeguckt und machen ebenfalls ein Kopfballtor, allerdings treffen sie, im Gegensatz zu den Südamerikanern, den richtigen Kasten. Und das 22 Minuten vor Schluss.

Das ist ärgerlich. Für die Brasilianer. Holländische Hausfrauen hüpfen hemmungslos, südamerikanische Strandschönheiten sind sehr sauer. Der brasilianische Trainer ist es auch. Der brasilianische Spieler Felipe „the Hinterkopf“ Melo ist es auch und er versucht sich mit einem Foul als Robbenschlächter. So etwas sehen Schiedsrichter äußerst ungern und deswegen fliegt „Mister Schnitzer“, wie er daheim künftig genannt wird, achtkantig mit Rot vom Platz.

Die Brasilianer werfen nun alles nach vorne, was geht. Abwehr, Mittelfeld, kleine Wasserflaschen und Plastikstühle und fangen sich so natürlich gelegentliche Konter ein, die von den Holländern absichtlich schlampig gespielt werden, um die südamerikanische Demütigung komplett zu machen. Zwei Mal scheitern Holländer grinsend direkt vor dem freien Tor der Brasilianer.

Als der Schlusspfiff ertönt, beschließt man in Brasilien, Holland künftig nicht mehr mit Sauerstoff aus dem Amazonas zu versorgen und jeder, brasilianische Strandschönheiten rotzen traurig in brasilianische Fahnen während in Holland die Kirchenglocken läuten und Feuerwerksraketen in den Himmel steigen. Sogar die „Zwei Brüder von Venlo“ machen für 5 Minuten den Laden dicht und verkaufen nichts mehr an Deutsche.

OOOOOranje steht im Halbfinale und wird spielen gegen
Uruguay oder Ghana

Der Gretchenfrage des Tages.

Sagen wir es so: man konnte erwarten, dass es wieder so ein Deppenspiel zweier Fußballzwerge wird. Beide haben sich bisher mehr oder weniger durch die WM geschludert, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Auf die Frage meines Jüngsten, „zu wem ich halte“, habe ich mit „zum Schiedsrichter“ geantwortet. Es wird auch der erwartete Grottenkick. Ist ja auch nur Viertelfinale.

Sicher, die „Urus“ können ebenso wunderbaren Zauberfußball spielen, wie die „Black Stars“ an einem sehr guten Tag sogar Island oder Italien ausschalten könnten. Alleine: diese Highlights dauern maximal 5 Minuten pro Spiel, während die Kasper den Rest der Zeit damit verbringen, Bälle wahlweise ins Aus oder auf den Gegner zu dreschen.

Das geht so bis zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als ein Ghanaer mal wieder einen Fehlpass versucht, der aber versehentlich im Tor landet. Und so steht es plötzlich 1:0 für Ghana und damit 1:0 für Südafrika, Nigeria, Kamerun, Elfenbeinküste, Togo, für den ganzen verdammten afrikanischen Kontinent.

Dann ist für die gleichermaßen beiden überraschten Mannschaften Halbzeit, die die Ghanaer damit verbringen, im Kreis herumzustehen und sich gegenseitig Mut zur Ergebnisverwaltung machen.

Wie sich in der zweiten Halbzeit zeigt, ist Verwaltung kein afrikanisches Ding. Die Spieler kommen schlicht nicht pünktlich zu ihren Pässen und Uruguay stürmt mit dem Mut der Verzweiflung und wird bereits in der 55sten Minute mit einem Tor durch den schönsten Mann auf dem Platz, Forlan, belohnt.

Die Südamerikaner, die zwar zwei Mal Weltmeister wurden und trotzdem aufgrund einer Laune der Natur und der FIFA keinen Stern auf dem Trikot haben, rennen dem ghanaischen Keeper ein- ums andere Mal die Bude ein, während ihr Keeper ein kleines Picknick vor seinem Tor veranstaltet. In der ghanaischen Hälfte ist Jubel, Trubel, Heiterkeit, in der uruguayischen Hälfte gähnt die Leere.

Wie sie es schaffen – keiner weiß es. Plötzlich, in der allerletzen Minute der allerletzen Nachspielzeit der Nachspielzeit sind die Ghanaer vor dem südamerikanischen Tor, der noch gähnende Uruguay-Keeper hat vergessen, was er beruflich macht, Torschuss eins wird auf der Linie geblockt, Torschuss zwei wird auf der Linie geblockt, den dritten Versuch haut ein Feldspieler auf der Linie in Handballmanier aus dem Kasten.

Das ist aber leider nicht erlaubt.

Der unglücklich-glückliche Suarez fliegt dafür vom Platz und geht, ungewöhnlich genug für einen Südamerikaner, auch ganz brav und es gibt Elfmeter für Ghana, für Südafrika, für Kenia, Mosambik und den ganzen verdammten Kontinent.
Gyan, der Ghanaer. Kommt von ganz unten. Spielt bei den besten Clubs der Welt. Hat sich durchgebissen. Gyan mit „G“ wie „Gigant“. Auf ihm lasten die Träume und Hoffnungen von Millionen Schwarzafrikanern.

Auf den Rängen beten die Lateinamerikaner zu Jesus, die Ghanaesen zu Allah. Mal sehen, welcher Gott heute besser hört…

Es ist Jesus.

Gyan setzt den Elfer, wahrscheinlich das erste Mal in seinem Leben, podolskiesk an die Latte, der noch auf dem Weg in die Kabine befindliche Suarez dreht sich um und bekommt einen Lachkrampf, einige hunderttausend Afrikaner sterben an einem Herzinfarkt und es geht ins Elfmeterschießen.
Forlan, die schönste Frau von Uruguay, macht ihren Treffer ganz entspannt.

Gyan, die Niete von gerade eben tritt gleich wieder an und zeigt, wie es eigentlich richtig hätte gehen müssen.
Gott und Allah scheinen sich heute gleichermaßen gut zu amüsieren. Sie verpassen zuerst einem Ghanaer, dann einem Uruguayer einen Podolski und dann darf wieder ein Ghanaer, auf dem nun alle Hoffnungen und Träume des ganzen verdammten Kontinents liegen, alles klar machen.

Macht er aber nicht. Deswegen habe ich mir auch den Namen nicht gemerkt und der Name wird auch aus dem kollektiven Gedächtnis des ganzen verdammten Kontinents gelöscht werden. Sie hätten ihm Kränze geflochten, so treffen ihn ein paar Millionen Flüche.

Uruguay ist weiter und feiert Gottes Party, die Ghanaer kommen alle in die Fußballhölle und müssen viel weinen. Sehr viel weinen.

Und die Niederländer haben eine wirklich lösbare Aufgabe und dürften eigentlich im Finale stehen.

Ein doch recht witziger Spieltag geht zu Ende, allerdings stehen die Chancen immer noch ganz gut, dass lediglich Südamerikaner das Finale bestreiten. Hoffentlich kotzen wir nicht schwarz-rot-gold.

Fast hätten wir ja Glück gehabt, Prinz Poldi hatte die klassische deutsche Muskelverhärtung.

Aber er kann doch spielen.
3.7.10 15:06
 
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