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6 Mööööööp

Hurra, neuer Tag, neues Glück. Ich hatte bei der „Frau am Herd“ ein Kreuzworträtsel mitgemacht, um den SLK zu gewinnen, aber bekommen habe ich den Trostpreis. Rischtiiiisch! Kam per Post und ich soll doch ein Bild schicken, wie ich glücklich mit meiner nagelneuen Vuvuzela voller Dankbarkeit den anderen Hausfrauen entgegenwinke. Können sie haben: ich hab das Teil im Garten in den Boden gerammt und oben eine Geranie eingepflanzt. Sieht schick aus und macht kein Geräusch.

Ein Skandal überschattet Deutschland. Frau Kathrin Müller-Dingenskirchen hat doch tatsächlich behauptet, Klose habe einen „inneren Reichsparteitag“ anlässlich seines Glückstreffers empfunden. Alle sind entsetzt: wie kann man nur „Reichsparteitag“ sagen! Reichsparteitag ist absolut Autobahn. Aber sowas von! Was aber hätte sie sonst sagen sollen? „Für Miro Klose muss doch das Tor ein innerer Bundesparteitag der Grünen sein“? Das würde doch bedeuten, er hasst sich selbst und ist mit sich zerstritten! Passt also. Wenn Klose jetzt auch noch blitzkriegartig vor dem feindlichen Tore totaler und radikaler, als wir uns es uns heute überhaupt vorstellen können, auftaucht und den feindlichen Torwart coventriert und ausradiert, dann ist doch der Endsieg in der Weltkriegsmeisterschaft zum Greifen nahe! Dann sind wir doch mal wieder wer! Die Engländer jedenfalls wären schwer begeistert!

Apropos Begeisterung: der heutige Spieltag jedenfalls hat mich mit der WM fast wieder versöhnt. Fast.

Im ersten Spiel, bei dem ich eigentlich wieder mit so einem Lulli-Rasenschach wie in den letzten paar Tagen gerechnet habe, war heute richtig Bewegung. Und das bei solchen Zwergen wie Chile gegen Honduras. Aber nix da. Beide Mannschaften motiviert, die Chilenen allerdings etwas besser organisiert und irgendwie auch diesen einen Tick besser gelaunt, der es ihnen ermöglicht, bereits in der 4ten Minute eine gelbe Karte zu kassieren. Das freut den honduranischen Trainer, der das Spiel von der Tribüne aus betrachtet, weil er selbst gerne mal gegnerische Spieler durch die Landschaft schubst, wenn seine Abwehr das nicht tut. Ein Trainer, der selbst noch gerne Hand und Fuß mit anlegt. Nachdem die Chilenen recht munter aufspielen, gibt es zur Belohnung dann die nächste gelbe Karte, dann sind auch mal die Honduraner dran und während die noch mit dem Schiri diskutieren, machen die Chilenen ihr erstes und überraschenderweise auch letztes Tor, obwohl sie sich redlich bemühen. Aber das Ganze sieht immerhin schon sehr verdächtig nach Fußball aus.

Die nächste Partie scheint eigentlich schon entschieden, bevor sie angepfiffen wird. Der Europameister aus Spanien gegen die AUSscheider aus der Schweiz, die sich fast versehentlich qualifiziert haben. Die Spanier legen los wie die Batzeloner Feuerwehr, spielen, passen, flanken, dribbeln, rotieren, volles Programm, die Schweizer sind derart mit Abwehr beschäftigt, dass sie selbst nicht vors gegnerische Tor kommen und nach allem grätschen, was sich bewegt, sogar nach den eigenen Mitspielern. Egal! Hau weg die Pille! Und tatsächlich: den Spaniern geht es wie den Deutschen vor Verdun 1916: sie kommen nicht durch. Und weil sich die Espanolos so daran gewöhnt haben, zu stürmen, vergessen sie, wie Abwehr geht. Irgendwie kugelt in der 52sten ein Schweizer in den spanischen Strafraum, fällt irgendwie unglücklich in einen unglücklich abgewehrten Unglücksball und – keiner weiß wie – liegt der Ball hinter der Linie des bis dato völlig unbeteiligten und komplett vergessenen spanischen Torwarts, der auf diese Weise quasi das erste Mal ins Bild kommt. Und so haben die selbst völlig überraschten Schweizer die einzige verdammte Torchance, wenn es denn überhaupt eine war, die sie in diesem Spiel hatten, ausgewertet und es steht 1:0 für die Nazi(und die werden in der Schweiz wirklich so genannt, ohne Scheiss!) - Eidgenossen . Die völlig konsternierten Spanier rennen ein- ums andere Mal an, aber sie sind heute nur der Stier und die Schweizer die Torreros und sie sterben in Schönheit. Respekt vor der Schweiz und mein Beileid an die Spanier – Fußball ist manchmal auch ungerecht.

Das letzte Spiel des heutigen Tages ist auch das Tragischste. Die „BafanaBafana“ (was sich ungefähr mit „die schwarzen Unglücksraben“ übersetzen lässt) Südafrikas gegen Uruguay, was sich ziemlich exakt mit „Pampaplayer“ beschreiben lässt. Die Konstellation ist interessant: der Verlierer kann so gut wie nach Hause fahren oder, im Falle von Südafrika, bleiben.
Es sollte also, gerade am südafrikanischen Nationalfeiertag, eine Frage der Ehre sein, dass sich die Jungs vom Kap mal böse ´reinknien. In das Spiel. Und in den Gegner.

Ich erkläre es anders: Gott ist manchmal gerecht. Normalerweise hat die Mannschaft des Gastgebers einer WM IMMER einen Heimvorteil. Wenn es mal nicht so rund läuft, dann kann der berühmte „12te Mann“ durch Anfeuerungsrufe, Schlachtgesänge und Theater auf den Rängen auch eine schwächere Mannschaft nach vorne peitschen. Immer wieder gesehen, immer wieder gerne gesehen.

Nun haben aber die Südafrikaner beschlossen, ihr dämliches Blasrohrgetröte mit dem summenden Dauerton zur zivilisatorischen Glanzleistung und liebenswerten kulturellen Eigenart zu erklären. Und so kommt es, dass das erste Tor der motiviert aufspielenden uruguayischen (schreibt man das so?) Mannschaft mit einem erschrockenen mööööööööp kommentiert wird. Das haben sie davon, die Kappen vom Kap. Sicher, es ist nicht so, als würden die „BafanaBafana“ nicht gelegentlich vor dem urudingendskirchenen Strafraum auftauchen, aber niemand hat den südafrikanischen Stürmern erklärt, dass Fußball ein Mannschaftssport ist und so scheitern die Jungs in schöner Regelmäßigkeit vor dem gegnerischen Strafraum, angefeuert von Tausenden auf den Rängen, die den traditionellen Schlachtgesang „möööööööp“ angestimmt haben.

In der 76sten Minute wird aus der Farce dann eine Tragödie. Der südafrikanische Torwart legt, mehr versehentlich als absichtlich, einen urudings-Stürmer im Strafraum um. Der Schiedsrichter zückt Rot, schmeißt den Unglückswurm vom Platz und deutet auf den Elfmeterpunkt. Ein entsetztes möööööööp geht durchs Stadion. Forlan, der Torschütze zum 1:0, läuft an, trifft und ein resigniertes möööööööp schallt zum Himmel. Aufgepeitscht von einem zornigen möööööööp versuchen die dezimierten „BafanaBafana“ (was übersetzt in etwa möööööööp bedeutet) noch einmal, den Ball wenigstens über die Mittellinie zu bringen, aber wo gemöööööööpt wird, da versagen dann auch die Kräfte. Auch bei den südafrikanischen Fans, die in Scharen aus dem Stadion flüchten. Uruguay macht dafür aber noch das 3:0 in der Verlängerung, ist so gut wie weiter und unter den Klängen des alten südafrikanischen Volkslieds möööööööp schleicht die ehemals so hoffnungsvolle Auswahl des Arbeiter- und Burenstaates wie ein Rudel geprügelter Hunde vom Platz. Möööööööp.

Es ist Nacht geworden in Südafrika. Und kalt. Vereinzelt erschallt ein trauriges möööööööp und im italienischen Lager zittern die Spieler. Aber nicht aufgrund der Temperatur, sondern weil sie eventuell in ihrem nächsten Spiel epileptische Anfälle simulieren sollen.
17.6.10 00:19
 
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