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5 Unentschiedene Unentschieden

Heute waren wir schön in der Stadt zum Mittagessen und rein zufällig in einer Gaststätte, in der die WM übertragen wurde. Und so bekamen meine Kindlein vom Wirt etwas geschenkt. Rischtisssch: wir sind mit einer Rechnung von 61KommaZwanzig Euronen aus dem Laden und weil ich dumm genug war, auch noch vier Tacken Trinkgeld draufzulegen, bekamen wir als Dankeschön drei Vuvuzelen. Oder Vuvuzelas. Oder Vuvuzeli. Auf jeden Fall scheint es vor den Drecksdingern kein Entkommen zu geben.Wir sind dann in die Muttergottespfarrkirche gegangen. Seitdem blasen die trauernden Jungfrauen vor dem Kreuz Christi ihre Bestürzung mittels afrikanischem Kulturgut. Kein Wunder, dass der wiederauferstanden ist.

Tja. Fußball-WM. Theoretisch könnte ich den Beitrag vom ersten Tag ein Dutzend Mal kopieren und müsste nur die Namen der beteiligten Teams ändern. Sogar die Ergebnisse sind nahezu deckungsgleich.

Zum Beispiel heute: da spielen solche – entschuldigung, aber man muss es so nennen – Pissmannschaften wie Neuseeland und die Slowakei gegeneinander. Weltranglistenplatz 79 gegen Weltranglistenplatz 36. Not gegen Elend. Man sollte meinen, bei so einem unwichtigen Turnier wie der Fußball-WM, die ja nur ein paar Milliarden Leute auf der Welt verfolgen und für die die Qualifikation nicht einfach ist, da geben sich die Mannschaften, die es unter die besten 32 der Welt geschafft haben, besondere Mühe, ihr Land stolz und ihre Fans glücklich zu machen.

Beispielsweise mit einem Sieg über einen gleichwertigen Gegner oder einem Unentschieden gegen einen der ersten 10. Sollte man. Stattdessen sind in diesem „Spiel“ zwei Mannschaften zu sehen, die unentschieden sind. Und zwar, ob sie lieber kein Tor kassieren wollen oder lieber kein Tor schießen wollen. Dabei beginnt es ganz munter, beide Teams scheinen es ernst zu meinen, aber diese eine Minute ist schnell ´rum und im afrikanische Lebensfreude ausstrahlenden Brummen der „Traditionströten“ aus Fernost wird jeder Keim für ein frisches Aufspielen in demselben erstickt. Die Slowaken fehlpassen zu den Neuseeländern, die sind nett und fehlpassen zurück und jedes Spiel der Bambini bei uns auf dem Kaff ist spannender und emotionaler als dieses harm- und hilflose Gekicke, Diesmal ist das Gezappel sogar so langweilig, dass es erst in der 42sten Minute zu einer Gelben Karte gegen einen Neuseeländer wegen zu lautem Schnarchen kommt. Als die Mannschaften in die Pause verschwinden, stellt sich mir die Frage, wovon die Langweiler überhaupt eine Pause brauchen.

Schließlich, in der 50sten Minute, fällt eher versehentlich ein Tor für die Slowakei und damit das erste und, wie ich glaube, auch das letzte Tor einer slowakischen Mannschaft in einer WM und nach dem Krampf, der bisher zu sehen war, finden sich die Slowaken damit ab, das Spiel gewonnen zu haben. Die Neuseeländer übrigens auch. Es geht nachwievor nichts zusammen, es wird geholpert, gestolpert, gerumpelt. Der Schiedsrichter hat eine seltsame Art von Humor und gibt 3 Minuten Verlängerung für das Gekrampfe und plötzlich, keiner weiß wie, zappelt der Ball im slowakischen Netz. In völliger Verkennung der „taktischen Ausrichtung“ befindet sich versehentlich ein neuseeländischer Verteidiger, der eigentlich nicht viel zu verteidigen hatte, vor dem Slowakentor und locht ein. Ein verdientes Unentschieden für zwei unentschiedene Mannschaften.

Aber dann: der erste Knaller des Tages. Die Todesgruppe. Die Fußballkünstler, ja, quasi FußballGÖTTER von der Elfenbeinküste, die stolz den Spitznamen „die Unüberwindlichen“ tragen, die solche großartigen Spieler wie Didier Drogba, Torschützenkönig der englischen Liga, Träger des linken Hodens und Fahrer eines 5er BMW haben, gegen die Fußballkünstler, ja, quasi FußballGÖTTER von der iberischen Halbinsel, die stolz den Spitznamen „Seleccao“ (nicht zu verwechseln mit der „Selecao“ der Brasilianer, ohne Scheiß jetzt) tragen, die solche großartigen Spieler wie Cristiano Ronaldo, schönster Spieler der spanischen Liga, Sonnenbrillenträger und Teeniehöschenbefeuchter haben.

Wir dürfen uns auf einen echten Kracher freuen.

Ich mache es kurz: der Kracher ging nach hinten los. Die einzige wirklich sehenswerte Szene in den nächsten 93 Minuten wird jene sein, in der der Elfenbeindingens Demel den schönen Ronaldo zu Fall bringt. Der springt wie ein Kastenteufel wieder auf und brüllt anscheinend Demel an, jener sei ein Depp, der nicht Fußball spielen könne, worauf Demel Ronaldo anbrüllt, nein, er sei ein Depp, der nicht Fußball spielen könne. Deswegen dürfen beide vor den Schiri treten, der ihnen erklärt, sie seien beide Deppen, die nicht Fußball spielen können und deswegen gäbe es jetzt salomonisch Gelb für beide. Haben sie davon. Der Rest des Spiels ist so ein erbärmlicher Krampf, dass „die Unüberwindlichen“ sogar selbst körperlich Krämpfe bekommen. Als nach 90 Minuten immer noch nichts passiert ist, legt sich irgendein Elfe mit Krämpfen auf den Boden, was durchaus verständlich ist. Das ist die gerechte Strafe für den Diebstahl von Lebenszeit. Der Schiri pfeift nach 93 Minuten entnervt ab, da die Elfenbeine sogar zu blöde sind, die letzte Ecke, die allerletzte Chance zu einer Flanke zu nutzen, sondern kurz spielen. Und so trennen sich die beiden Krabbelgruppen so unentschieden, wie sie begonnen haben.

Aber dann. Endlich. Die erfolgreichste WM-Mannschaft aller Zeiten. Die Titel-Abonennten. Die Typen, deren Trikot bald nicht mehr für die Sterne der gewonnenen WM-Turniere reicht. Die Besten. Die Ballzauberer. Die „Selecao“ (nicht zu verwechseln mit der „Seleccao“ der Portugiesen) Brasiliens. Gelb. Schnell. Gut. Gefährlich. Dominant. Überlegen. Schön.

Diese Mannschaft, die Gott persönlich gemeinsam mit Carlos Dunga zusammengestellt hat, soll gegen ein Nichts, einen Niemand, ein Stück FIFA-Abschaum antreten: gegen die Weltranglisten-85sten, die noch hinter solchen Mannschaften wie Usbekistan, Litauen oder Italien stehen, gegen Nord-Korea, die irgendwie ins Turnier gerutscht sind, weil der Landeschef wahrscheinlich sonst die FIFA mit einem Atomkrieg bedroht hat.

Die Nord-Koreaner haben keine spannende Liga. Sie haben keine großartigen Stadien oder hochmoderne medizinische Trainingszentren. Sie haben keine Wellness-Manager und keine vermögenden Sponsoren. Was sie allerdings als einzige Mannschaft im Turnier haben, ist: Hunger. Und einen Diktator, der ihnen klar gemacht hat, dass sie entweder anständig spielen, oder er ihre Familien der Reihe nach kreuzigen lässt. Das motiviert dann doch sehr.

Die Brasilianer gehen es entspannt an. Das sind keine Gegner für sie, die sind nicht einmal als Opfer gut genug. Nein, entweder ignoriert die Selecao die Gegenmannschaft so völlig, dass sie es nicht ein einziges Mal ernsthaft mit einem Torschuss versucht, oder es liegt an der ausgefeilten 10-0-0 Aufstellung des koreanischen Trainers. Wie man einen Strafraum komplett und konsequent dicht macht, wissen die Koreaner ja aus ihrer Geschichte.

Nach 55 Minuten fällt den Brasilianern ein, dass sie sich bei einer WM befinden und da so ein Tor nicht schlecht wäre und daheim ganz gut käme. Also, kurz über die Grenze zu den Nordkoreanern gesprintet, geschwind das 1:0 durch Maicon geschossen und dann wieder zum Relaxen zurück in die eigene Hälfte. Die einzige Vorneverteidigungsspitze - „Stürmer“ wäre jetzt zu viel gesagt – Nordkoreas müht sich sehr redlich und erarbeitet sich sogar einmal fast eine Chance, was den brasilianischen Keeper aber nicht veranlasst, seine warme Zwischenmahlzeit zu unterbrechen. Aus Rache dafür machen die Brasilianer auf kurz in der 72sten Minute das 2:0 und joggen dann fröhlich miteinander schwatzend in der eigenen Hälfte herum.

Die Nordkoreaner, im Bewusstsein, dass die Schreinereien daheim bereits Querbalken schneiden und verleimen, bäumen sich daraufhin noch einmal auf und stören die ob solcher Frechheit völlig überraschten Südamerikaner mit dem Anschluss- und gleichzeitig Ehrentreffer in der 89sten Minute. Das reicht zwar nicht für einen Sieg, aber immerhin ist es keine Schande und die Nordkoreaner haben ihr Gesicht nicht verloren. Die Kreuzigungen fallen aus – diesmal jedenfalls. Sogar den Ausgleich haben die Halben von der Halbinsel noch einmal fast auf dem Fuß – aber dann pfeift ein humorloser Schiri das Spiel ab, das gerade begann, spannend zu werden. Brasilien verbucht einen Pflichtsieg in einer schlechteren Trainingseinheit und werden bei diesem Spiel Vorletzter, während es in Nordkorea heißen wird, dass die eigene Mannschaft einen ehrenvollen zweiten Platz belegte. Mit dem Ergebnis können beide leben und keiner muss sterben und ich bin gezwungen, das blutleere Gekicke da auf dem Rasen als eines der etwas besseren Spiele zu bezeichnen.

Ich verstehe nach diesem Tage immer besser, warum die Amerikaner Fußball hassen. Wenn es dumm läuft, dann langweilen 22 Mann den Rest der Welt über 90 Minuten durch Nichtstun, über allem dröhnt die Vuvuzela und mittlerweile scheinen sogar die Südafrikaner selbst die Nase vom eigenen Krach gestrichen voll zu haben, denn anders lassen sich die halbleeren Stadien der ersten beiden „Spiele“ des Tages nicht erklären. Bisher jedenfalls ist es eine elende WM, in der die Mannschaften um den ersten Platz als Langweiler zu wetteifern scheinen.

Und es gibt keine Hoffnung. Die Paarungen des morgigen Spieltages versprechen eine eintönige Ödnis von „defensiv eingestellten Mannschaften“ gegen „defensiv eingestellte Mannschaften“ oder, auf Deutsch, von Angsthasen gegen Feiglinge. Aber vielleicht – nur vielleicht – zeigen doch wenigstens die Spanier, warum sie Europameister geworden sind.

Was noch? Achja – die Engländer beschweren sich, die Deutschen, die Sweine, hätten schon viel früher mit dem WM-Ball trainiert als sie. Dafür sind die Italiener noch nicht so weit, dass sie überhaupt mit irgendeinem Ball trainieren. Trööööööööööööööööt.
16.6.10 00:08
 
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