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4 Italien gegen die Langeweile

Zur Belohnung für den gestrigen Sieg gab es heute im Kindergarten ein schönes Geschenk für jedes Kind, gestiftet seltsamerweise von einer Brauerei, nämlich, rischtiiiisch: jeder Knirps hat eine Vuvuzela geschenkt bekommen. Als mein Jüngster mir voller Stolz erzählt, dass zwei Erzieherinnen nach dem Vormittagsprogramm einen Hörsturz hatten, breche ich der Höllenposaune das Mundstück ab, ziehe ein Gummiband durch die Spitze und erkläre dem Zwerg, dass er da aber einen prima-Zwergenhut bekommen habe. So rennt er jetzt zwar wie ein Idiot durch die Gegend, macht aber kein Geräusch dabei, das nach „tröööt“ klingt. So muss das sein.

Heute um 13:30 spielt eine der besten Mannschaften der Welt: Dänemark. Im Badminton sind die Dänen nämlich nicht schlecht. Aber leider soll ja heute Fußball gespielt werden. Da sind die Dänen nicht so gut. Jedenfalls nicht so gut wie die Holländer, die als Favorit zwar ins Spiel gehen, aber nicht als Favorit herauskommen werden. Es ist ein Lulli-Kick. Die Orangen mühen sich zwar sehr redlich, aber die Dänen können laut Eigenwerbung nur durch die Dänen besiegt werden. Und nachdem von den Niederländern keine Gefahr droht, beschließt der Däne Agger für etwas Spannung zu sorgen und köpft ein Traumtor. Leider für die falsche Mannschaft. Und demonstriert eindrucksvoll, woher die Redewendung „meine Güte, bist Du vielleicht dänlich“ kommt. Danach rackern sich die Oranjes wieder redlich ab, erzielen aber bis zur 85sten Minute nicht einmal ein Eigen- geschweige denn ein Gegentor. Irgendwie stolpert da ein gewisser Sneijder in den Ball, flankt und trifft den bis dahin unbeteiligten Kuijt so unglücklich, dass dieser gezwungen ist, das 2:0 zu machen. Danach Schlusspfiff, die Niederlande haben zwar erwartungsgemäß, aber nicht ununverdient gewonnen und die Dänen haben sich selbst besiegt. Wirklich dänlich.

Es gibt Länder, die sind für Vieles bekannt. Aus Japan kommen beispielsweise recht gute und effiziente Autos. Aus Japan kommen normalerweise keine Fußballer. Aus Kamerun hingegen kommen beispielsweise Schmuggelwaren von Tieren, die unter Artenschutz stehen. Und an einem guten Tag einigermaßen passable Fußballer. Deswegen wird die kameruner? Kamerische? Kamerunische? Kamerunianische? Nationalmannschaft auch „die unbezähmbaren Löwen“ genannt. Weil sie unter Artenschutz stehen. Die Erwartung war, dass die Kamerunis also wie die aufgezogenen Duracell-Äffchen loslegen und die Japaner schwer unter Druck setzen. Tatsächlich aber fremdeln die „unbezähmbaren Löwen“ wie die gezähmten Mietzekatzen in dem ihnen fremden Stadion und bleiben lieber mal in der eigenen Hälfte. Die Japaner finden das eine prima Idee und machen es genauso, deswegen passiert nicht viel. In der 39sten Minute verfährt sich ein gewisser Honda in die kameruner Hälfte und macht versehentlich das 1:0, was einer Chancenauswertung und damit einem Effizienzgrad vom 100% entspricht und eine gute Werbung für den gleichnamigen Autobauer darstellt. In der Folge möchten die Japaner die Statistik nicht mehr versauen und probieren sicherheitshalber keine Torschüsse mehr. Die „unbezähmbaren Löwen“ versuchen sich zwar gelegentlich, haben heute aber die Löwenherzen gegen halbe Hasenherzen getauscht und so plänkelt dieses „Spiel“ vor sich hin, bis ein gnädiger Schiedsrichter dieses Desaster abpfeift.

Dafür am Abend aber endlich der Auftritt der besten Mannschaft der Welt: der Weltmeister Italien greift endlich in das Geschehen ein. Freuen wir uns also auf Italiener, die sich permanent im paraguayer Strafraum mit schmerzverzerrtem Gesicht wälzen. Problem dabei ist allerdings diesmal: sie kommen gar nicht da hin. Im Stadion ist es laut und kalt und es herrscht „Fridz-Waldä-Weddä“, will sagen: es schifft wie aus Kübeln.

Und die Paraguayos lassen Ball und Italiener laufen. Und zwar entweder ins Seitenaus oder ins Abseits. Die Squadra Azzurra ist ständig damit beschäftigt, Bälle von der Seitenlinie oder der Eckfahne zu holen und verbringt mehr Zeit außerhalb des Spielfelds als auf dem Platz, während die Paraguayos grinsend danebenstehen und zuschauen. Und sich sogar die Frechheit leisten, den entnervten und depremierten Italienern kurz vor der Halbzeit ein Tor zu verpassen. Nach der Halbzeit rafft sich die Falltruppe endlich auf, schließlich ist man ja immerhin Weltmeister, auch, wenn heute keiner mehr sagen kann, wie es zu diesem tragischen Irrtum kommen konnte, und zeigt, dass sie durchaus in der Lage sind, Flanken zu schlagen oder zu passen – sofern kein Gegner in der Nähe ist. Und natürlich wird wieder gefallen und gestürzt, was das Fußballzeug hält und trotzdem fällt der Ausgleich nicht nach einem Freistoß in Tornähe, sondern aus einer Ecke heraus, weil diesmal der paraguayische Torwart am Pfosten eingenickt ist. Bis zum Abpfiff holen die Italiener, wenn sie nicht gerade unversehrt und schmerzverzerrt am Boden liegen, Bälle aus dem Seitenaus und sind recht zufrieden mit dem Unentschieden. Und so geht endlich auch dieses Spiel aus.

Kurzes Fazit nach 11 Spielen: die langweiligste WM, die ich je erlebt habe. Und das sind bewusst immerhin 9 Stück. Wenig Tore, wenig Spannung, wenig Spiel, wenig Spaß. Und über allen Spielen hängt das öde trööööööt der Vuvuzuelas. Die Frage bleibt, ob die spielerische Ödnis durch die öde Tröterei kommt oder die öde Tröterei die berechtigte Begleitmusik für öde Spiele ist, die „auf 1“ gesetzten Mannschaften üben sich in Kräfteschonung und den „kleineren“ Mannschaften fehlt es an Mut und Ehrgeiz, die freuen sich schon, wenn sie nicht verlieren.

Und dafür der Hype? Dafür sogar eine Bande von überalterten wanna-be-Rockern, die wie aus der Bausparkassenwerbung aussehen und die Nationalhymne „rockig“ inclusive Deutschlandfahne verticken wollen? Dafür Olli Kahn und Jürgen Klinsmann und Waldemar Hartmann auf allen Schirmen? Dafür das „Fan-Paket von BILD und LIDL? Ich kann nur hoffen, dass sie die Bundesliga im Beginn vorverlegen. Oder die Weltmeisterschaft im Synchronschwimmen übertragen.

Die Italiener gehen jedenfalls selbstzufrieden vom Platz. Sie sind gut gefallen und haben nicht verloren. Eben weltmeisterlich. Tröööööööööööööööööööööt.
14.6.10 22:36
 
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