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Goodbye Michael

Ich fand seine Musik nicht so dolle. Ich habe ihn für einen ausgemachten Spinner gehalten, einen Päderasten, der sein Geld für Schönheitschirurgen und neue Nasen und kleine Jungs ausgab, bis nichts mehr davon übrig war. Ein Gespenst, das ätherisch durch die Musikwelt wanderte und in jede Kamera "I love you" hauchte. Eben ein ausgemachter Spinner.

Und doch: heute, an seinem Todestag, ist auch ein winziges Stück von mir gestorben. Ein Kapitel beendet. Heute überschreitet meine Generation der in den 60ern Geborenen die unsichtbare Grenze zwischen "Jung" und "Alt". Wir, die wir in den 80ern groß geworden sind, mit Madonna, Depeche Mode, Cure, konnten uns, selbst wir gewollt hätten, Michael Jackson nicht entziehen. Der lief auf jedem Sender und war omnipräsent und meine Schwester hat sich seinerzeit "Thriller" gekauft und ich habe sie dafür für eine Mainstream-Kuh gehalten.

Aber es ist wohl doch mehr dran, als man selbst so glauben möchte. Ich erinnere mich an unsere Nachbarin, die nach dem Tod von Lennon sagte, sie habe die Beatles eigentlich immer nur so nebenbei gehört und erst jetzt sei ihr klar geworden, dass die Beatles ein Teil ihrer Familie waren. Ich habe das damals belächelt, heute, genau in dieser Stunde, verstehe ich sie. Michael Jackson war, Päderast oder nicht, neue Nase oder nicht, ein Teil des Lebens meiner Generation, er hat den Soundtrack unserer Jugend geschrieben, er war bei der Führerscheinprüfung dabei, beim Schulball, in der Tanzschule, in der Disco, bei der Fahrt zum Einkaufen oder im Walkman beim Bummeln. Er hat unsere ersten sexuellen Gehversuche begleitet und er war auf dem Plattenteller, als wir den ersten Liebeskummer schoben. Er lief im Radio, als uns unser Lehrherr anbrüllte und er trällerte im Hintergrund während der Hausaufgaben. Er war immer da. Auf irgendeinem Sender, auf MTV, auf Casettenrecorder.

Und heute wird uns das erst klar, weil er nie wieder "I love you" in irgendein Mikrofon quietschen wird, nie wieder den Moon-Dance" zeigen wird und es kein neues Michael-Jackson-Album geben wird. Heute wird uns das bewusst.

Denn wir gehören jetzt zu den Alten, denen die Ikonen und Idole ihrer Jugend wegsterben. Wir sind jetzt die, die mehr Tage hinter sich als vor sich haben. Wir haben Bergfest gehabt.

Machen wir also langsam den Weg für die nächste Generation frei, die wahrscheinlich Robin Williams irgendwie gut findet.

Und immerhin: Madonna lebt noch. Ich sollte langsam sehen, ob ich nicht Konzertkarten kriegen kann. Solange sie noch da ist...

Michael, dankeschön für Deine Musik. I loved you, too. Auch, wenn ich das nicht gewusst habe.
26.6.09 01:24
 
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