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So.

Heute.

Der definitiv allerallerallerletzte Tag der allerallerallerbesten WM alleralleraller Zeiten. Endspieltag. E-Day. Die deutsche Klinsmannschaft fährt doch nach Berlin. Aber nur, um sich für den stellvertretenden Vizemeistertitel noch mal feiern zu lassen. Es ist Party, das Bier fliesst in Strömen, es schwenken und schwanken Deutsche ihre neuentdeckten Farben, Hartgesottene wie ich binden mangels französischer Fahnen weiße Bettlaken an Besenstiele und feiern so die Bleu, die heute abend als Blanc auflaufen werden und ich werde mehrmals von der Polizei als Parlamentär akzeptiert.

Heute Abend also das Duell der Fußballgiganten. Foula Italia gegen Zinedine Zidane. Die verlogenen Defensiv"künstler" gegen die langweiligste Mannschaft der WM nach Brasilien. Was das für ein Endspiel bedeutet, liegt von vorneherein auf der Hand: es wird sauöde.

Sicher, auf der Tribüne hockt alles, was Rang und Namen hat. Jaques Chirac, der französische Atombombenspieler einträchtig neben Don "der Pate" Scampi oder wie der Typ heisst, dazwischen Beckenbauer und Merkel, die irgendwie ganz aufgeregt tut und natürlich ist auch Horst Köhler da, der nette Bundespräsident, der jedem Fifa-Fuzzi, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, ein Bundesverdienstkreuz aufdrängt.

Die Italiener tun zur Unterraschung aller das, was sie am besten können: sie foulen. Böderweise im eigenen Strafraum. Noch blöder, daß der Schiri noch nicht seinen Scheck bekommen hat und das Foul diesmal sieht. Zindedingens trifft, wenn auch nur knapp, ein Hauch von 1966 weht kurz durch das Stadion, die Kamera zeigt, daß sich der Ball locker noch eine Viertelstunde zwischen Latte und Linie hin und her bewegt hätte und weil das so geil aussieht, gilt der Treffer und die Franzosen führen. Juhuu und ich parke mit meinem Renault den Fiat des Nachbarn ein.

Doch die Freude währt nur 11 Minuten. Die Franzosen, amüsiert, daß die Italos so klein sind, neben einen italienischen Eckball nicht so ganz ernst und Italien gleicht aus. Dumm gelaufen, jetzt sind alle wieder so weit wie in der 6ten Minute.

"Dumm gelaufen ist es vor allem für die Zuschauer. Bis zum Ende der regulären Spielzeit passiert nicht mehr viel. Die Italiener fallen reihenweise in den Windschatten der französischen Spieler und kugeln lustig und mit natürlich stets schmerzverzerrten Gesichtern über den Platz, Zidane ist langweilig und er lässt sich mal die Schulter behandeln, weil er nix zu tun hat, der Schiedsrichter bekommt zwischendurch den Scheck und übersieht einen weiteren Elfmeter für Frankreich, alles zappelt und zuckelt, es ist stinkelangweilig, langsam werden die Italiener allerdings müde, dafür wird der Kommendattore Bela-Rethy munter und haut den Zuschauern Statistiken um die Ohren und lobt Zinedine über den grünen Rasenklee.

Natürlich geht diese Fußballfolter in die Verlängerung. Nach meinem Dafürhalten, ich schrieb es einst, sollte die Fifa das Reglement ändern. Warum 22 Leute erst 90, dann noch 30 Minuten auf dem Rasen und ein paar Millionen Menschen auf den Rängen und an den Fernsehern quälen, wenn sich doch beide einig sind, daß sie ins Elfmeterschiessen wollen? Warum nicht kurz vor dem Anpfiff fragen: "wollt Ihr 120 Minuten herumtölpeln, auf den Boden spucken, euch theatralisch herumwälzen und beim Schwitzen in Nahaufnahme gefilmt werden oder wollen wir gleich Elfmeterschiessen machen?" Das würde enorm Zeit sparen und alle kämen schneller zum Feiern. Und würde langwierige Konditionstrainings sparen. Allerdings bräuchten dann Engländer und Schweizer gar nicht mehr anzutreten... obwohl... je länger ich nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee. Fällt im Elfmeterschiessen keine Entscheidung, dann kann ja immer noch gespielt werden. Diese Gedanken kommen mir ja auch nur, weil auf dem Rasen ABSOLUT nichts passiert.

Jedenfalls bis zur 104.Minute. Da köpft Zindedine Zinedane, der beste Fußballer der Welt (nach David Beckham und Wayne Rooney, versteht sich!), der große alte Mann des französischen Gezappels den Ball Richtung italienisches Tor, aber die Latte hält.

Das verdrießt den besten Fußballer der Welt (nach David Beckham und Wayne Rooney) sehr und macht ihn schonmal sauer. Als der italienische Spieler Materazzi, der an Zinedines Elfmeter schuld war und auch den Ausgleich schoß, dann auch noch mit einem fröhlichen "na, sind wir heute etwas kopflos" am besten Fußballer der Welt vorbeigrinst, zeigt dieser, daß er heute augenscheinlich seine Beruhigungsmedizinedine nicht genommen hat und köpft zur Abwechslung das Brustbein des Italieners, was diesen wiederum zu einem lauthals klagenden und winselnden Sturz veranlasst. Keiner hats gesehen, bis auf ein paar Millionen Fernsehzuschauer, und der italienische Schiri schickt den irren Ohnemedizinedine zum Duschen und in die Vergessenheit und die Franzosen sind nur noch zu zehnt auf dem Platz.

Aber es ist eh egal. Die Italiener sind sowieso so platt wie die Bewohner eines Froschteiches an der A3 und es tut sich nichts mehr. Deswegen gehts ins große Kino, ins Elfmeterschiessen.

Während der dümmste Fußballer der Welt (vor David Beckham und nach Wayne Rooney) mit Mord- und Selbstmordgedanken in der Kabine abhängt, trifft der Italiener Pirlo zum 2:1 für die schlechtere Mannschaft.

Der Franzose Wiltord hat damit ebenfalls kein Problem.

Materazzi, der vor den Kopf Gestossene, ist auf wundersame Weise von seinem Brustbeinbruch und der Lungenquetschung und dem Herzstillstand geheilt und trifft ebenfalls.

Trezeguet, neu eingewechselt, fand den ersten Elfer des dämlichsten Fußballers der Welt so klasse, daß er beschliesst, das ausgerechnet hier und heute auch mal zu probieren und hat auch fast Erfolg. Nur landet sein Lattendengler vor statt hinter der Linie und alle Franzosen halten ihn für ein Arschloch, denn keiner redet jetzt mit ihm. Die Italiener jubeln, de Rossi machts konventionell und schon führen die Italiener wieder.

Sicher, auch de Franzosen Abidal und Sagnol sind locker und man könnte noch stundenlang zusehen, wie Buffon und Barthez abwechselnd im Tor in die falsche Richtung kugeln, aber Trezeguet, die Pfeife, hat ja versagt und so treffen auch noch Del Piero und Grosso und haben damit gegen die Franzosen mehr Treffer als im kompletten zweiten Weltkrieg erzielt und dürfen sich deswegen "Weltmeister" nennen. Die Franzosen sind immerhin Vizinedine-Weltmeister und bekommen wertlose silberne Anhängerchen, die wohl als Buchzeiger in der "Chronik der am leichtfertigsten verspielten Weltmeisterschaften" ihr Dasein fristen dürften, die Italiener bekommen ihr viertes Sternchen, daß sie sich ganz ungerechtfertigt erstolpert und erpetzt haben und haben damit eines mehr als wir und während die Italos den Oscar für die beste schauspielerische Gesamtleistung in den Berliner Himmel recken, brennen in Rom erste Freudenfeuer aus Polizeiwagen.

Der Rest

ist

Schweigen.

Die Weltmeisterschaft 2006 ist beendet, die Italiener haben den Pokal, die Franzosen einen Prügelknaben, die Deutschen bald keinen Klinsmann mehr.

Die Engländer freuen sich, daß es wenigstens nicht die Franzosen wurden. Ich freue mich, daß es nicht die Engländer wurden.
10.7.06 15:42
 
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