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17

Ich habe gestern mal wieder Schläge bekommen. Nachdem die Feierwaffen aus waren, habe ich Feierwasser aus Strohrum, gepaart mit Schweinswürsteln angeboten, was nicht auf die helle Begeisterung und das fröhliche Entgegenkommen meiner osmanischen Kundschaft stieß und nur die traditionell deutsche Fahnenverbrennung, die die beiden italienischen Wohnblocks auf ihren Garagenstellplätzen veranstalteten, ließ die Meute von mir ablassen und mit den Italienern deren Ausscheiden feiern.

So konnte ich dann doch den ersten spielfreien Tag dazu nutzen, mal nach den Kindern zu sehen und mit meiner Kreditkartenfirma zu telefonieren, warum die 15.000,- Euronen, die meine Frau bisher verballert hat, bisher noch nicht auf deren Konto eingegangen sind.

Die Kinder sind noch am Leben und haben die Katze nur so ein bisschen angeknabbert und der Kreditkartenfirma habe ich erklärt, dass sie ja wohl deswegen Kreditkartenfirma heißt, weil sie Kredite gibt. Außerdem sind Fernsehgeräte gottlob pfändungssicher.

Ich habe die Kids losgekettet und meiner Holden die Kreditkarte entzogen und wir haben den Montag genutzt, um nach zwei Jahren mal wieder schön beim Italiener Essen zu gehen. Bei Luigi war eine sehr angenehme Atmosphäre. Luigi saß still in der Ecke, manchmal von einem kleinen Schluchzer unterbrochen, und bediente uns so devot und unterwürfig, wie wir das aus dem Frühjahr 2006 gewohnt waren. „Habbe klasse gespiele, unsere Mannsaft“ hat er gesagt. „Habbe nur seisse deutse Siedsrister gehabt“ hat er gesagt. „Habbe uns nist gegeben Elfemeter“ hat er gesagt und ich habe lächelnd erwidert, dass er dazu ja auch keine Gelegenheit hatte, weil kein Italiener in den spanischen Strafraum gekommen sei. „Aber sinne mir Weltmeister“ gab er trotzig an und ich wies ihn auf die kleine Geschichte hin, in der ein Pizzaladen ein Schild „beste Pizza Deutschlands“ ins Schaufenster hing, sein Nachbar mit „beste Pizza der Welt“ konterte, bis die von Heinz Schmidt geführte Pizzeria mit dem „beste Pizza in dieser Straße“-Schild den Wettbewerb klar für sich entschied. Er schwieg betreten und brachte mir meine Calamari.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Roger Federer ist in Wimbledon weitergekommen. Leider interessiert das außer Roger keine Sau, selbst sein Gegenspieler wollte lieber Fußball gucken. Richtiges Spiel, falscher Zeitpunkt.

Gute Nachrichten aus Ascona: alle Spieler haben brav ihr Nutella aufgegessen und Torsten Frings wird aus Solidarität mit den verletzten Türken spielen, damit die Osmanen eine Chance haben. Löw hat auch schon angekündigt, wie unsere Jungs spielen werden: nämlich mit „högschter Konzendrazion und äuscherschter Aufmerkschamgeit“. Ich fände es allerdings besser, sie schießen ein paar Tore!

Ein Turnier scheint Charaktere zu formen: Podolski traut sich aus der Deckung und verkündet lauthals, er sei wieder wer und die Bayern könnten ihn bald am Geärsche lecken, er ginge dann eben wieder zurück nach Bremen, wenn er in der nächsten Saison aber sowas von, weil so eben nicht, jedenfalls nicht mit ihm.

In Stuttgart hingegen befürchtet man, dass Gomez sich nicht mit Abwanderungsgedanken trägt. Mir persönlich tut der Mann leid: Torschützenkönig der Bundesliga und bei der EM ist er der Turnierdepp. So schnell kann es gehen. Angeblich will Löw die Diskussion um Gomez Torflaute dadurch beenden, dass er ihn von Köpke auf Ersatztorwart umschulen lässt.

Apropos Ersatztorwart. Dass es auch da lucky loser geben kann, beweisen die Türken, denn auch auf der türkischen Seite wird es ein paar Änderungen geben: der dritte Torwart wird als Stürmer spielen, der Busfahrer als linker Außenverteidiger, der vierte Schiedsrichter getötet und der Trainer wird bei einem Rückstand als Joker ins Spiel kommen und selbst auflaufen. Gescheitert ist Terim hingegen mit dem Versuch, die großen Brüder seiner Stammspieler nachzunominieren. Die UEFA hat seinen diesbezüglichen Versuch damit abgeblockt, indem sie ihm gedroht hat, alles seinem Vater zu erzählen.

Im Mutterland des Fußballs, in Deutschland, bereitet sich inzwischen der Staat auf den kommenden Mittwoch vor: in Duisburg, Stuttgart, Hamburg und Frankfurt am Main wird es Krisenzentren mit Psychologen geben, die die traumatisierten Anhänger der Verlierermannschaft beraten werden, die Bundeswehr wird mobile Lazarette bereitstellen, in denen die Opfer der Siegesfeiern schnell und unkompliziert verarztet werden können, Tornados der Luftwaffe werden von oben ständig den Weg der Autocorsos überwachen und Berlin soll komplett geräumt werden.

Die Begeisterung in den neuen Bundesländern über ihre temporären osmanischen Gäste soll sich ersten Stimmen zu Folge allerdings derzeit noch in sehr engen Grenzen halten. Aber das wird sicher noch.

Bei den Grünün hat sich ein Krisenstab eingefunden, der Integrationsvorschläge für den Fall erarbeiten soll, dass die Türken gewinnen: Deutsch soll dann zweite Amtssprache werden und bereits im Kindergarten sollen türkische Frühförderkurse angeboten werden. Ströbele hat für Weihnachten einen Feiertag vorgeschlagen, der unregelmäßig immer auf einen Sonntag fallen soll. Auch Lockerungen der Kopftuchpflicht in bestimmten Berufen, wie beispielsweise dem des „Modells für Produkte des Friseurhandwerks“ sind im Gespräch. Bastian Schweinsteiger wird sich allerdings wohl tatsächlich in „Hammelsteiger“ umbenennen müssen. Dafür soll aber Christian Ziege wieder in die Mannschaft kommen.

Angela Merkel hingegen wollte ursprünglich wieder zur Schweini-Show kommen, solange Schweini noch Schweini und nicht Hammi ist, aber nachdem Erdogan angekündigt hat, er werde mit seiner kompletten Familie die Schlacht ansehen, gab es leider keine Karten mehr für das Glücksschweinchen und EM-Maskottchen unserer Mannschaft.

Schließlich erlaubt mit dieser spielfreie Tag, auch ein kurzes Fazit zu ziehen. Die Favoriten sind bisher alle gestorben – bis auf uns. Liegt wohl daran, dass wir seit geraumer Zeit nicht mehr zu den Favoriten zählen, was mir schon etwas zu denken gibt. Wir haben ja auch schon lange keinen „Großen“ mehr geschlagen, betonen dafür aber im Gegenzug ständig, dass es keine „Kleinen“ mehr gibt. Insofern haben wir den „Großen“ San Marino immerhin mit 13:0 weggeputzt – ein Ergebnis, das ich gegen die Türken für durchaus wünschenswert halte.

Wäre ich nicht gerade Deutscher, dann würde ich einer der anderen Mannschaft die EM gönnen – beispielsweise den Russkis, die so schön unbekümmert aufspielen. Oder den Türken, weil sie so eine 1a-Chaostruppe sind. Anarcho-Fußball in Reinkultur. Hau wech die Pille, Hassan. Andererseits wären wir auch mal wieder dran, zum Einen, um die europäischen Verhältnis wieder geradezurücken, zum Anderen, weil es die Italiener ärgert.

Und schlussendlich, weil es die Engländer verletzt.
24.6.08 11:53
 
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