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Mein für ein paar Stunden sehr gut laufendes Fangeschäft hat einen empfindlichen Schlag durch einen Konkurrenten bekommen. Seit gestern wummern die 2.000 Watt Boxen auf dem Nachbargrundstück türkische Fußballsongs in den Tag. Mein Ex-Garten ist Abstellplatz für 3er BMW und rings um unser Vürtel sitzen entspannte Mibümimihigru („Mitbürger mit Migrationshintergrund“) und grillen. Hat so ein bisschen meine integrationsunwillige Kundschaft vertrieben, aber der Handel mit türkischen Fandevotionalien meines Nachbarn läuft glänzend. Er verkauft tatsächlich seinen Rasen, den er in kleinen Narben abgestochen hat, in halbquadratmeter großen Scheibchen, in denen Schildchen mit der Aufschrift „Siegesrasen der ruhmreichen roten Türkenarmee aus dem Wiener Kara-Mustafa-Stadion“ stecken.

Im deutschen Feldlager in Ascona (wie das Opel-Modell) herrscht seit gestern Hektik hoch drei. Die Mannschaft maunzt herum, dass „Menno“, man sich „die Kroaten als Halbfinalgegner gewünscht hätte, weil da noch eine Rechnung offen wäre“ und ist sichtlich nervös, nachdem Netzer offiziell in der WÜRG erklärt hat, „dass wir zwanzig frühe Treffer benötigen, um die Türken aus dem Konzept zu bringen.“ Jogi hatte eigentlich vor, dies auf einer Pressekonferenz zu versprechen, wurde jedoch in letzter Sekunde von einer Bundestagsdelegation aus Grünen, SPD und Linksaußen daran erinnert, dass dies der Integration der türkischen Bevölkerung nicht sonderlich dienlich wäre und man im Gegenteil doch darüber nachdenken solle, ob eine Niederlage nicht hilfreicher wäre, damit die Deutschen gemeinsam mit den Türken deren Einzug ins Finale feiern können. Seitdem steht Mario Gomez wieder in der Startaufstellung.

Die Türken vor Wien haben demgegenüber ein ganz anderes Problem: Die UEFA weigert sich standhaft, dem türkischen Wunsch zu entsprechen, erst in den letzten 5 Spielminuten aufzulaufen, auch wenn einiges für die Aussage des türkischen Trainers spricht, dass diese Zeit vollkommen ausreichend ist, Netzers gewünschten 20:0 Rückstand aufzuholen.

Gestern wurde zum Leidwesen der Privatsender schon wieder Fußball gespielt.

Die favorisierten Niederlande gegen die russischen Glücks- und Killerpilze.
Beide Mannschaften nehmen das Spiel doch ein gutes Stück ernster als die Türken und Kroaten und versuchen von Anfang an, ein Tor zu schießen oder auch zwei, wenn auch nicht ganz klar ist, wie das passieren soll.

Wäre Fußballspielen wie Eiskunstlauf und Pflicht und Kür würden von einer Jury bepunktet, dann hätten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit sehr gute Haltungsnoten bekommen. Ansehnliche Ballstaffeten, spannende Zweikämpfe, hohes Spieltempo, chirurgenpräzise Pässe in den Strafraum, das war ganz großes Fußballtennis. Wache Niederländer gegen aufgewachte Russen. Die komplette erste Halbzeit wäre ein hervorragender Lehrfilm für perfektes Fußballspiel. Alleine: keiner der beiden Rennmausteams kann auch einlochen. Beide Torhüter haben ganz gut zu tun und auch das Material der Tore wird ein paar Male ernsten Stresstests unterzogen. Aber es fällt eben kein Tor und nur diese zählen ungerechterweise.

Nach der Pause geht die Rennerei, die gemeinhin als „moderner Fußball“ gilt, konsequent weiter und in der 56sten Minute ist es dann soweit: Ein Jungrusse, dessen Namen gerade noch so aufs Trikot passt, zielt neben das Tor und hat somit das Rezept gefunden, den Ball zu platzieren und es steht zu aller Überraschung 1:0 für die Russkis.

Sogar der Schiedsrichter ist von diesem Fight derart begeistert, dass er sich darauf einlässt, einen Russen nach einem Foul nicht vom Platz zu stellen, sondern seine Entscheidung zurücknimmt. Vielleicht waren bei dieser Entscheidung aber auch die Rufe aus der russischen Fankurve mit seinen Adressdaten ausschlaggebend.

Von den Russen lernen heißt bekanntlich siegen lernen und weil die Niederländer ja besonders lernfähig sind, nehmen sie sich ein Beispiel. Aber nicht an den Russen. Sondern an den Türken. Und warten bis zur 86sten Minute, um den Ausgleich zu machen.

Schockschwerenot! Die NordOrangen feiern, während sich die Russenfans leicht frustriert auf der Tribüne zu entkleiden beginnen. Es geht in die Verlängerung.

Und wieder wildes Gerenne, Torchancen en masse und wieder gehen die Russen in Führung. Aber diesmal zerniert der Treffer die Moral der bis zu diesem Zeitpunkt tapfer dagegenhaltenden Holländer. Erstens liegt man schon wieder hinten und zweitens wabern Wolken feiernder russischer Fanschweißdrüsen über den Rasen. Die Orangenen sind derart verstört, dass sich ein weiterer russischer Schülermannschaftsspieler zwischen die Hollandabwehr mogelt und mit einem 3:1 scheiden die Niederlande als favorisierteste Mannschaft ever aus dem Turnier aus, vorbei an den weinenden Russen, die weiter sind, ihr Hotel aber nur bis zum Viertelfinale gebucht hatten.

Immerhin: Manchester United wird seinen kompletten Kader rausschmeißen und hat sich bereit erklärt, die komplette russische Mannschaft zu kaufen.
23.6.08 22:12
 
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