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Der Stand meines Nachbarn mit türkischen Fandevotionalien läuft jetzt nicht mehr so gut, seit ich die seinerzeit ironischerweise von einem kroatischen Zwischenhändler günstig erstandenen Kalashnikovs als Hand- und Schnellfeierwaffen an enthusiastische Osmanen verticke. Natürlich nur für Freudenschüsse in die Luft, wenn die Türken die Alemany mit 5:0 in den letzten 5 Minuten weggeputzt haben. Andernfalls kann man feiernden respektlosen Panzern schön ein Loch in den Pelz brennen, damit sie anerkennen, dass die türkische Nationalmannschaft die beste Nationalmannschaft der Welt ist. Oder auf jeden Fall die besten Fans auf der ganzen Welt hat. Auf jeden Fall the best ist, egal wie. Respekt.

Scheixx drauf, ich hab gestern knapp 10.000 Stutz gemacht. Die Polizei traut sich sowieso nicht hierher.

Im deutschen Trainingslager ist alles paletti. Die Spieler üben türkische Flüche und Nahkampf sowie das Laufen in Kettenhemden und Helmen. Man macht sich keine Illusionen, dass das kommende Spiel etwas körperbetonter als üblich werden könnte. Die Charité hat bereits Teile ihrer Belegschaft, aber auch komplette Personen nach Ascona verbracht, man will auf alles vorbereitet sein, Gomez hat einen erste-Hilfe-Kurs gemacht.

Apropos „körperbetont“. Dem türkischen Trainer gehen so langsam die Kämpfer aus. Die gnadenlosen christlichen Schiedsrichter haben seinen Leuten satte 14 gelbe und eine rote Karte verpasst, die nicht Verwarnten sind zu schwer verletzt, um auf- und ablaufen zu können. In der Türkei nimmt man Zweikämpfe auf dem Rasen eben ziemlich ernst. Das sorgt für Kollateralschäden auch unter den eigenen Leuten. Glück, dass Türken und Italiener nicht gemeinsam in der „Todesgruppen“ aufspielten…

Während bei den Türken martialische Drohgebärden und Griffe in den Schritt, eigenen und fremden, geübt werden, verhandeln Fatih Terim und der türkische Ministerpräsident Erdogan mit der Uefa, vielleicht ausnahmsweise mal mit „7 gegen 7“ spielen zu lassen und die „drei Ecken: ein Elfer“-Regel für das Halbfinale einzuführen, andernfalls will die Türkei der EU noch rückwirkend zur letzten Woche beitreten. Sag keiner, Sport hätte nichts mit Politik zu tun!

Heute Abend dann das letzte Viertelfinalspiel. Hohe italienische Schauspielschule gegen die Stierkämpfer aus Spanien, die beliebtesten Ferienländer der Deutschen treten zum Duell „System D“ gegen Offensivfußball an. Man darf einiges erwarten.

Die Italiener haben von 10-0-0 auf 9-1-0 umgestellt, spielen also heute mit einem defensiven Mittelfeldspieler, der Druck in Richtung Mittelkreis aufbauen soll. Die Spanier hingegen wollen Fußball spielen. Der deutsche Schiedsrichter, Schiedsrichter des Jahres, Gott in Schwarz, der Pfeifenmann Satans pfeift an!

Wenig überraschend legen es die Italiener ab der 2ten Minute auf „Ergebnis“ an und wollen ins Elfmeterschießen. Die Spanier rennen sich die Stierlunge aus dem Leib, in schöner Regelmäßigkeit von einem eher desinteressierten Italiener gestoppt, mühen sich redlich, aber ständig stehen ihnen die Ballschummler vom Stiefel im Weg herum.

Die Pfeife Satans „übersieht“ zwei klare Elfer für die Spanier, um die Italiener nicht im Tiefschlaf zu stören und so brandet die begeisterte spanische La-Ola-Welle ein- ums andere Mal an den italienischen Tischkickern ab.

Die italienische Taktik des fortschrittlichen Rasenschachs geht zuerst einmal auf: die Spieler bleiben entspannt und die Trikots bekommen keine ärgerlichen Schweißflecken und wenn man langweilige Spiele daran erkennt, dass der Moderator viel erzählt, dann ist dieses Spiel eine hervorragende Abfrage des Fußballwissens von Bela-Rethy, der anscheinend jedes Ergebnis italienischer Spiele von der Spätantike bis zur Neuzeit auswendig weiß.

Während die Spanier tapfer und wacker ihren Reconquista-Plänen nachgehen, feilen sich die Italiener die Fingernägel, gucken in der Gegend herum und machen lustige Gesten in Richtung spanische Fans. Bis zur 90sten Minute tut sich, wenn überhaupt, eigentlich nur im Strafraum der Italiener etwas und zwar dann, wenn die Spanier mal wieder ihre Bälle neben das Tor semmeln.
Gleiches Bild in der Nachspielzeit. Die erschöpften und klatschnassen Spanier mit unkontrollierter Offensive, die Stiefelkicker, ausgeruht und gutgelaunt, schlagen die fast schon hilflosen Bälle der Toreros lächelnd ins Aus. Sie wissen: sie kommen weiter. Schon wegen des rot-weiß-grünen Balken im Auge des teutonischen Pfeifenwichs, der heute mal in Stellvertretung des „vierten Mannes“ das Spiel macht.

Und dann geht die Schauspieltruppe vom Stiefel grinsend ins Elfmeterschießen. Das kennen sie, das haben sie geübt, das ist überhaupt ihre einzige Möglichkeit, einzulochen. Das kann gar nicht schiefgehen, weil Gott ein forza Italia Trikot trägt.

Aber in dieser EM klappt für die Italiener wirklich gar nichts und nicht einmal der deutsche Schiri und sein Blindenhund können verhindern, dass zwei der Standfußballer diesmal ihr obligatorisches Tor nicht schießen. Gott ist heute Abend in Urlaub auf Malle und trinkt sich zu. Die Italiener sind derart demoralisiert, dass sie nicht einmal protestieren, als das Spiel für sie verloren ist.

Unter lautem Jubel („nie mehr sich für Dortmund entschuldigen“) trage ich das 4:2 für Spanien in „Pinos Pizza und Eis und Börek Resterant EM-Planer“ ein und freue mir ein zweites Loch in den Boppes. Diesmal nicht, liebe Italiener, diesmal hat´s nicht geklappt!

In England platzt man vor Ärger – ausgerechnet Elfmeterschießen hatte man in der EM-Vorbereitung so geübt – und wäre jetzt weiter!
23.6.08 22:12
 
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