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Webnews







Ich weiß, wo mein Haus wohnt!

Hiiiiiilllllllfääääää...

Ich kann auf Google-earth mein Haus erkennen. Die haben das nicht gepixelt, die Sweins!

Ich find das ein starkes Stück.

Überhaupt, Nachbarn, Anwohner, Dorfbewohner, jeder verdammte, mir unbekannte Wanderer kann einfach an meinem Haus vorbeilatschen und es angucken. Muß ich mir das gefallen lassen? Muss ich es mir gefallen lassen, dass jeder Depp mir aufs Haus glotzt? Im Vorbeigehen, beim Besuchen oder beim Überflug! Hä? Muss ich das?

Ich verlange vom Staat, dass er meine Privatsphäre schützt und GEFÄLLIGST mein Haus verpixelt. FÜR JEDEN! ICH BESTIMME, WER MEIN HAUS ANGLOTZT!

Wehe, die kommen in meine Sackgasse mit ihren Kameraautos. Dann ist aber was gegeben.

DANN ZIEH ICH MIR EINEN SACK ÜBER DEN KOPF!

Versprochen!
19.8.10 23:25


Gerhart und der Masskrug

Der Gerhard...

nicht der Schröder, sondern der Polt.

Preisgekrönter Kabarettbulle und Extra-ordinärer Satiriker, ein einst bösartiger Teufel, der die CSU-Wähler und Trachtenträger mehr als einmal zur Weissglut trieb.

Früher jedenfalls.

Heute hat Gerhard Polt den "offiziellen Masskrug der Wies´n 2010" vor der versammelten Münchner Bussibussi-Gesellschaft vorgestellt, vor exakt den Leuten, denen er in den 70ern noch ins Gesicht gespuckt hätte.

Und dazu so lustige Witzchen wie "gegens Rauchen mochens wos, oba dem Glühwein dans net verbiedn", quittiert mit höflichem (und ich meine gar auch höhnischem) Gelächter der Gucci-Muccis.

Vielleicht ist es Altersmilde, vielleicht ist er auch einfach nur alt und braucht das Geld. Die Künstlersozialkasse gibt an Rente auch nicht mehr so viel her und die junge Generation verblödet lieber bei Mario Barth als sich bei Polt Sozialkritik abzuholen.

Aber jetzt isser ja auch im Establishment angekommen, der Gerhard. Da will man nicht so frech und gemein sein und die zahlen ja auch ganz lecker. Establishment ist ja immer nur verachtenswert, solange man nicht dazu gehört, gell?

Gerhard, ich bin enttäuscht. Was kommt als Nächstes? Möbelhauseinweihungen? "Hendl XXL"? "Gegens Rauchen mochens wos, oba dem Ikea-Selbstbauschronk dans net verbiedn"?

Nein, ich werde nicht lachen. Ich werde weinen, Gerhard, viel weinen.

Ich werde auch bestimmt nicht kommen und ich will lieber auch kein Autogramm.

Wer trägt die Fackel weiter?
19.8.10 23:08


Könntet Ihr bitte endlich spenden?

Heute wieder: zig Seiten, warum "der Westen" (das sind wir hier) den armen überschwemmten Pakistanis nix rausrückt und nicht, wie in Haiti, fröhlich lachende zig Millionen Euronen über den Tisch des Hauses schiebt.

Schweinerei.

Vielleicht mag es ja daran liegen, dass Pakistan youtube-Videos sperrt, wenn dort ein paar dämliche Mohammed-Karikaturen gezeigt werden oder pakistanische Ärzte Medikamente aus Europa wegen eben jener Karikaturen boykottieren? Ja, es könnte sogar sein, dass niemand Lust hat, Leuten Geld zu spenden, von denen er genau weiß, dass sie, sobald die Klamotten am Leib wieder trocken sind, gegen die "Teufel USA" und die "Teufel Europa" wettern, die so ganz und gar unislamisch und dekadent leben und seinen Spendern dann auf kurz ins Gesicht spuckt?

Die Taliban behaupten, die Flut sei "die Strafe Allahs für das gottungefällige Leben der Pakistani". Ja, dann sollen es die Taliban eben bezahlen. Sollen die doch spenden.

Und damit sind wir beim (roten) Kreuz des Themas:

Fliesst keine Kohle, dann spielt das direkt den Fanatikern der "islamischen Heilsfront" in die Hände. Dann überlassen wir Pakistan den religiösen Spinnern a lá Achmadinedingens. Dann verkauft Pakistan eben sein Atomarsenal nach Teheran. Da müssen wir uns dann fragen lassen, ob wir DAS lieber wollen!

Wie man es macht, ist es eben verkehrt. In Pakistan bleibt den betroffenen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Schweinerei.
17.8.10 18:38


Landgericht rettet künftigen Nobelpreisträger

Ich stiess bleim Blättern im Internet auf folgende kleine Meldung: Jugendstrafe für Messerstecher

Wer den Printartikel kennt (und ich kenne ihn), der weiss, dass es sich bei dem Täter um einen Türken handelt, der nur deswegen keine 3 Jahre bekam, weil er ansonsten nach der Haft hätte abgeschoben werden müssen.

Da haben der Messerstecher und die Aschaffenburger aber Glück gehabt, dass er die türkische Staatsbürgerschaft besitzt. Nicht auszudenken, wenn das Gericht eine höhere Freiheitsstrafe als die 2 Jahre und 11 Monate verhängt hätte, da wäre der Täter ja nach der Haftstrafe in die Türkei abgeschoben worden, die der arme Kerl ja „nur aus dem Urlaub kennt“.

Sicher, wäre der Messerstecher nun Deutscher gewesen, dann wäre nicht berücksichtigt worden, dass er „die Türkei nur aus dem Urlaub kennt“ und die Haftstrafe wäre höher ausgefallen.

So aber können die Aschaffenburger Bürger – mit und ohne Migrationshintergrund - freudig erregt den Tag erwarten, an dem der Täter wieder in Freiheit ist und ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft wird und ein Mittel gegen Krebs erfindet oder den Literaturnobelpreis bekommt. Oder im Stadttheater den „Mackie Messer“ gibt. Erfahrung hat er ja für die Rolle.

Das ist gleichzeitig auch in wunderbares Signal an alle jungen Ausländer, die sich hier gerne integrieren wollen: behaltet um Himmels Willen Eure alte Staatsbürgerschaft, das gibt so einen kleinen Bonus vor Gericht, wenn mal was schiefläuft. Und fahrt nur im Urlaub – und wirklich auch nur da – dahin, wo Eure Wurzeln liegen. Sonst: volles Strafmaß.

Noch ein Tipp an die jungen Deutschen: schlimme Kindheit alleine zählt nicht mehr. Türkische Staatsbürgerschaft beantragen, Spaß haben.

Und falls jemand den Eindruck hat, ich wolle ihn „auf den Arm nehmen“ – stimmt. Aber nicht ich habe damit angefangen, sondern die Zweite große Jugendkammer des Aschaffenburger Landgerichts.
4.8.10 17:49


Jungs in Mädchenkleidung

Wenn ich mich auf der Startseite dieser kleinen, sympathischen Community einlogge, dann gibt es da einen "Hitparaden"-Gadget. Da stehen die meistgelesenen Blogs von myblog drin.

Während der WM hatte ich mich dank Euch auf den saftigen Platz 15 hochgearbeitet, da wird es dann ja interessant, mal zu gucken, wer noch vor einem steht.

Gut, Platz 1 ist die Tokio-Hotel-Seite. Das wird auch noch in 10 Jahren so sein, da kommt man nicht dran, das ist halt so.

Eine site aber ist mir dabei aufgefallen. Vor mir stand (und steht immer noch)

Jungs in Mädchenkleidung

Ich dachte mir, das müsse bei so einem dämlichen Titel und so einem dämlichen Thema irgendeine knallharte Satireseite sein und hab draufgeklickt.

Und was finde ich? Bilder von

Jungs in Mädchenkleidung

Sonst nichts. Nur die Bilder. Irgendein, nennen wir ihn freundlich, "sexuell unentschlossener Mitbürger" findet es anscheinend - tja - witzig? geil? interessant? komisch? - wenigstens aber notwendig, Bilder von armen Schweinen mit schrägen Eltern oder Alleinerziehenden, deren Kinder anscheinend das für Mama und Papa falsche Geschlecht haben, im web zu bloggen.

Ich will das nicht bewerten auch, wenn ich das ja gerade getan habe (doch, ich finde, ich glaube, ich finds a bissel pervers) - aber mal ehrlich: da gibt man sich Mühe, schreibt und macht und tut und wird dann mühelos von einer site überholt, auf der es nur

Jungs in Mädchenkleidung

gibt.

Und ich gebe zu - ich bin neidisch. Die Site hat euphorische Zugriffszahlen, es muss also da sogar eine Fangemeinde geben. Vielleicht ist es auch nur ein Ableger der Tokio-Hotel-Seite, weil die ja wenigstens wie "Mädchen in Jungenkleidung" aussehen, oder es ist eine Art subtile Rache an der Tokio-Hotel-Seite ich weiss es nicht...

Ja, verdammtnocheins, ja, ich bin doch neidisch.

Und deswegen, oh unbekannter "Jungs in Mädchenkleidung"-Blogger: nimm das!



Da haste jetzt was zum Gucken!

So.

Musste raus.

Jetzt gehts mir besser. Auch, wenn ich Depp durch die links die Hitzahlen der Seite schon wieder nach oben getrieben habe. Aber vielleicht reicht es jetzt wenigstens, um Tokio-Hotel zu überholen!
29.7.10 19:48


25/26

So. Das war es dann also gewesen. Die erste, beste, schönste und größte WM, die es je auf afrikanischem Boden seit der Erfindung des Feuers gab. Wir räumen die Wohnung schön auf, rollen die Fahnen und die Sitzkisten zusammen, machen ein kleines, zwar verbotenes, nichtsdestotrotz befriedigendes Feuerchen mit unseren Vuvuzelas und können uns tatsächlich die WM wieder abschminken und freuen uns auf den Schlager „54, 74, 90, 2014“.

Ob Jogi nun Trainer bleibt oder Hansi Trainer wird oder ob Magath sich in Zukunft von Waldi „Wurstfinger“ Hartmann duzen lassen muss , ob Lahm Kapitän bleibt, Ballack Admiral wird oder Trochowski, der alte Schlawiner, künftig das Steuerrad in der Nationalmannschaft dreht – es steht alles in den Sternen und da steht es gut.

Diese „junge deutsche Mannschaft“ „hat uns viel Freude gemacht“ und durfte als kleines Dankeschön um den sehr wichtigen Platz Drei spielen, was sie auch getan hat.

Wie sang Conny Francis einst? Der Fußball ist ein seltsames Spiel. Als Rache für das vergeigte Finale hatte sich Löw ja die Schikane ausgedacht, heute mal die Jungs von der Reservebank aufs Feld zu befehlen. So spielte Butt heute den Torwart und zeigte, dass er ebenfalls ziemlich gut ist, dann gibt es da einen Aogo, von dem ich bis zum Spiel nicht wusste, dass er überhaupt existiert, das gleiche gilt für Khedira, der zwar Stammspieler gewesen sein soll, aber auch kaum in Erscheinung getreten ist und als besonderer Leckerbissen für gute Führung durfte Klose nicht Rekordschütze werden, dafür hat sich aber Cacau im Versemmeln von Chancen beweisen dürfen. Und Jansen, der bewiesen hat, dass er die bessere Option gewesen wäre.

Immerhin hat uns der Nationaljogi diesmal Podolski und Gomez erspart. Vielen Dank dafür.

Bleiben wir im Jargon, dann war Uruguay der „erwartet starke Gegner“ und tatsächlich haben die „Urus“, wie wir sie ja liebevoll nennen, ganz gut mitgespielt. Das war flüssig bei beiden Seiten, es hat geschifft wie blöd und Müller hat sein übliches Pflichttor bereits nach 18 Minuten abgeliefert. Kein Verstecken, kein Taktieren, einfach nur schnurgerader Fußball, nett anzusehen und spannend, weil Uruguay nach 10 Minuten gegen Butt, wie wir ihn ja liebevoll nennen, schön ausgeglichen hat.

Nach den Halbzeithäppchen geht Uruguay mit dem schönsten Mann der WM sogar mit 2:1 in der 53sten in Führung, was für viel Gelächter auf dem Rasen und in den Rängen sorgt und sogar unseren neuen Bundespräsidenten zum Grinsen bringt. 3 Minuten später zeigt Jansen, dass er der bessere Poldi gewesen wäre und köpft, sehr zum Verdruss der klatschnassen Urus , zum Ausgleich ein.

Hüben wie drüben wird munter gekickt, keiner denkt ans Aufgeben oder Aufstecken und so gibt es immer wieder spannende Spielzüge zu sehen und man fragt sich, wie es die beiden Mannschaften schaffen konnten, das Finale zu versemmeln. Fast traurig, dass Khedira, der auch der „Unsichtbare“ genannt wird, Deutschland in der 83sten in Führung bringt, dieses Spiel hätte ich mir gerne noch länger angeschaut, aber die Urus hatten keine Kraft mehr und es war ja auch schon spät und außerdem hat Paul, der Verräterkrake mit der fehlenden patriotischen Gesinnung ja gesagt, dass Uruguay mit ganz leeren Händen statt mit wunderschönen Bronzemedaillen für die Gästetoiletten der Spieler nach Hause fliegt.

Falls mich einer fragt: ja, der Frust sitzt tief. Ja, ich bin traurig. Und enttäuscht. Und komme mir vor wie die UNO, wenn die Serben mal wieder eine Schutzzone überrennen oder wie Claudia Roth, wenn sie eine deutsche Flagge sieht. Hätten die Jogi-Bären so im Halbfinale gespielt, dann könnten wir heute schön gegen Holland gewinnen. Aber nein – Paul hat anders entschieden.

Deutschland kehrt als „Weltmeister der jungen Mannschaften“ und als Dritter nach Hause zurück und dank einer gnädigen Laune des Schicksals geht der Flieger just in dem Moment, in dem sich Spanien und Holland einen Grottenkick im Finale liefern.

Tja. Spanien. Die Mannschaft, auf die ja gleich von vorneherein ALLE gesetzt haben, gell? Spanien, der Fußballgigant. Spanien, das mit seinem ach so wunderbaren „tici taca“ diesen allerschönsten Fußball der allerbesten Welt spielt. Spanien, das gegen solche Giganten wie Paraguay oder Honduras mit dem weiten Abstand von einem bzw. zwei Toren gewonnen hat und für so viel Euphorie bei den Zuschauern sorgte. Spanien, dessen Fußball als „effektiv“ bezeichnet wurde, was gleichbedeutend ist mit „ zwei Chancen vergeigen, ein Tor machen und sich dann hinten rein stellen“ gegen Holland, die es immerhin mit Brasilien aufgenommen und sich da einen Sieg erkämpft haben.

Und was machen Sie, der künftige Weltmeister und der künftige Vizeweltmeister?

Lulli-Fußball vom Feinsten. Nachdem es ja kein „nächstes Spiel“ gibt, in dem jemand gespertt sein könnte, holzen die beiden Mannschaften aufeinander ein, als würden sie sich gegenseitig nicht im Urlaub besuchen. Ständig liegt irgendjemand brüllend und verletzt am Boden, während die Mannschaftskameraden mit den Händen in der Hüfte cool daneben stehen und auf den Boden spucken. Bei diesem Krampf, der das Wort „Finale“ nicht einmal im Ansatz verdient, ist der Schiedsrichter der Mann, der am meisten zu tun hat und sich vom Kartenziehen eine Bänderdehnung im Arm holt. Insgesamt fliegen 11 gelbe Karten auf den Platz, von den unzähligen „Einzelgesprächen“ und „Ermahnungen“ mal gar nicht zu reden. Das Ganze sieht eher wie der Kick zweier Landratsamt-Mannschaften als nach dem Finale einer WM aus und hat nur einen Namen verdient: beschämend.

Und so dauert es tatsächlich bis zur 117.ten Minute, bis sich mal ein Spanier an den Ball blödelt und das 1:0 macht – wie immer eigentlich. Drei Minuten „fliegende Holländer“, dann gibt’s für unsere orangenen Nachbarn die Silbermedaille und in Spanien wird gefeiert wie seit der Entdeckung Amerikas nicht mehr.

Und dann die Kommentare… Boah, so viele historische Momente auf einen Haufen.

So ist Spanien die erste Mannschaft, die das Auftaktspiel verlor und trotzdem Weltmeister wurde.

Spanien ist die erste europäische Mannschaft, die je außerhalb Europas Weltmeister wurde.

Spanien ist die erste Mannschaft, die gleichzeitig Europa- und Weltmeister wurde.

Spanien ist die erste Mannschaft, der ich den Sieg noch weniger als den Italienern gönne.

Ja, ich hätte lieber die armen Holländer, die die Mannschaft mit den zweitmeisten vergeigten Finalen mit ihrem ersten Sternchen gesehen als diese „effektive Mannschaft“ mit der „effektiven Spielweise“ die jetzt das Maß aller Dinge sein soll. Aber Paul, die Krake, die sowieso bald stirbt, hat anders entschieden.

Gut, rum ist rum, vorbei ist vorbei, gönnen wir also den Spaniern ihr erstes Sternchen und freuen wir uns jetzt auf die EM 2012, wenn es wieder heißt „da kommt er durch, ganz alleine, kein Abseits, KEIN ABSEITS, UND ER SCHIESST DANEBEN! FREI VORM TOR SCHIESST ER DANEBEN. DEN M U S S ER DOCH MACHEN! Dieses Tor wäre so wichtig für Mario Gomez gewesen.“

Ich fahr dann mal den Rechner nach unten und hoffe, Dir, lieber Leser, hat dieses Tagebuch ebenso Spass gemacht, zu lesen, wie es mir Spass geacht hat, es zu schreiben.

Man liest sich in zwei Jahren an gleicher Stelle!
12.7.10 17:01


24 das Spiel um den goldenen Tintenfischring

Geschrieben unter dem ersten Eindruck, deswegen kein langes Gefasel, kein langes Gelaber.

Diz waz it. Diz waz die WM2010. Verbrennen wir die Vuvuzelas, motten wir die Deutschlandfähnchen für 2014 ein. Oder 2018. Oder 3024. Und fressen wir Paul, die Verräterkrake.

Vielleicht war es irgendwas im Tee. Nutella war schlecht. Der Rasen unschön. Löw schlecht gelaunt. Vielleicht hatten unsere Mannen einfach die Schnauze voll, sich auf dem Platz abzurackern, während die Fans daheim feiern. Vielleicht war das der Grund, warum Jogis Bären heute mal beschlossen, dem Spiel der Spanier einfach nur zuzusehen, statt selbst zu spielen, wir werden es nie erfahren.

Vielleicht stand heute eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz, als die letzten 5 Spiele, weil Müller auf der Bank saß.

Anders gefragt: was machen eigentlich Boateng, Khedira, Trochwoski, Podolski und Gomez eigentlich beruflich? Wo waren die denn gewesen? Gesehen hat man so gut wie nichts von Ihnen, wobei das bei Gomez in der Nationalmannschaft ja eigentlich schon ein gutes Zeichen ist. Da macht er wenigstens keinen Unsinn.

Ich will nicht viel über das Spiel ansich schreiben. Wenn eine Mannschaft der anderen Mannschaft beim Spiel nur zuguckt, dann müssen sich diese „Leckerbissen für Taktik-Liebhaber“-Typen auch nicht beschweren, wenn eine doch offensichtlich so mittelmäßige Mannschaft wie Spanien ihr eines einziges blödes Tor schießt.

In der ersten Halbzeit haben die Herren in schwarzweiß schon fast nasebohrend den Spaniern bei ihrem Lulli-Fußball zugesehen. Kaum Aktionen, kaum Zweikämpfe, Torchancen eh nicht, meine Güte, der beteiligte Zuschauer konnte ja froh sein, wenn sich wenigstens Neuer bewegte und Deutschland nicht schon mit einem 0:2 Rückstand in die Pause ging. Die Spanier waren witzig: Kurzpassgekicke, Zurückgekicke, wieder Vorgekicke, dann zu Seite Gekicke, dazu frech grinsen und die Nationalelf schaut behäbig, seelenruhig und auch etwas verängstigt zu, ´s könnt ja sein, dass einem Spanier mal ein Ball vom Fuß springt.

Ich verstehe es nicht: war das Respekt? Angst? Wie kann eine Mannschaft, die England mit 4:1 und Argentinien mit 4:0 weggeknallt hat, ausgerechnet vor Spanien, das sich in fast allen Spielen mit einem Tor Unterschied weitergestümpert hat, plötzlich vor Ehrfurcht einknicken?

Zweite Halbzeit. Statischer Standfußball, jeder Tischkicker ist lebendiger als das, was die sechs Deutschen da fabrizieren, die anderen Kappen oben haben nur in der Gegend gestanden und waren sich zu fein, weder vorne, noch hinten auszuhelfen.

Jetzt gegen Uruguay. Na ganz großes Kino. Wir können ja noch Dritter werden. Macht das überhaupt Sinn? Erinnert sich jemand an den dritten Mann auf dem Mond? Den dritten Atlantiküberquerer? Den dritten Arzt, der eine Herztransplantation vorgenommen hat? Oder wenigstens den Dritten der letzten EM?

Ich will fair bleiben: Die Spiele gegen England und Argentinien waren große Klasse und haben trotz Podolski Spaß gemacht. Frei nach dem Motto: „egal, wie es ausgeht, Hauptsache England und Argentinien weg gehauen.“

Unter diesem Aspekt war es eine durchaus amüsante WM, dafür vielen Dank. Werdet Dritter oder Vierter, das ist jetzt eigentlich egal. Einziger Trost: keine der Mannschaften im Endspiel wird mehr Sterne auf der Brust als „unsere Jungs“ haben und es wird einen ganz neuen Weltmeister geben.

Darf ja auch mal sein.
7.7.10 22:47


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